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descriptionHände auf dem Bauch
Gasblasen im Darm sind unangenehm und manchmal peinlich. Menschen, die zu Blähungen neigen, sollten manche Lebensmittel meiden und Verdauungshilfen nutzen.
descriptionToilettenpapier
Durchfall kann eine harmlose Befindlichkeitsstörung, aber auch Symptom einer lebensbedrohlichen Infektion sein. Der Körper droht dabei gefährlich auszutrocknen.
descriptionGrafik: Darm
Ein empfindlicher Darm reagiert vor allem auf psychische Belastungen gereizt – mit Durchfall, Krämpfen, Blähungen und Verstopfung.
descriptionFrauenpo im Slip
Wer sich falsch ernährt oder kaum bewegt, verführt den Darm zur Trägheit. Abführmittel lösen die Verstopfung, sind aber keine Dauerlösung für das Problem.
descriptionGrafik: Magen
Wenn der Magen überlastet ist, kann er „überlaufen“. Speisebrei mit ätzender Magensäure fließt in die Speiseröhre zurück und verursacht Sodbrennen.
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Reizdarm: Die gestresste Verdauung

Das Reizdarm-Syndrom (RDS), ist die häufigste funktionelle Magen-Darm-Erkrankung. Funktionell bedeutet, dass keine organischen Erkrankungen vorliegen. Als Auslöser wird oft eine psychische Belastung wie Angst oder Stress angenommen. Reizdarm-Patienten leiden oft jahrelang unter Beschwerden wie Durchfall, Verstopfung, Schmerzen oder Blähungen.

Im Überblick



Falsche Signale zwischen Darm und Gehirn

Das Krankheitsbild ist schon seit über 100 Jahren bekannt. Doch bis heute ist nicht sicher, wie das Reizdarm-Syndrom entsteht. Es wird vermutet, dass Reizdarm-Patienten eine veränderte Wahrnehmung im Bereich des Darms haben, ausgelöst durch psychische Belastung wie Angst oder Stress. Normale Verdauungsabläufe können schmerzhaft wahrgenommen werden. Vermutlich ist der Botenstoff Serotonin dafür verantwortlich. Sicher ist, dass das Reizdarm-Syndrom keine organische Erkrankung ist, dass also die Ursachen der Schmerzen nicht im Darm selbst liegen. Es handelt sich beim RDS um eine funktionelle Erkrankung, das heißt, die Funktion des Darmes ist gestört. Betroffen sind zehn bis 15 Prozent der Erwachsenen meist jungen bis mittleren Alters, in der Mehrzahl Frauen. Sie leiden mehr oder weniger häufig an einem oder an mehreren Hauptsymptomen des Reizdarm-Syndroms:
  • Schmerzen im Bauchbereich
  • Linderung der Schmerzen nach der Stuhlentleerung
  • lang andauernde Magen-Darm-Beschwerden
  • Verstopfung oder Durchfall, auch im Wechsel
  • Veränderungen der Stuhlbeschaffenheit (hart bis breiig-wässrig)
Dazu können noch eine Reihe unspezifischer Beschwerden kommen:
  • Unwohlsein
  • Sodbrennen
  • Depressionen und ängstliche Verstimmungen
  • Schmerzen in anderen Körperregionen, z.B. Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Schlafstörungen und Müdigkeit
Auch wenn die Betroffenen über eine erhebliche und lang andauernde Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität klagen – ein Reizdarm-Syndrom ist nicht lebensbedrohlich. Es ist auch nicht mit einem höheren Risiko für Darmkrebs verbunden.

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Diagnose im Ausschlussverfahren

Das Reizdarm-Syndrom ist eine sogenannte Ausschlussdiagnose. Das bedeutet: Bevor der Arzt die Diagnose Reizdarm stellt, muss er alle anderen möglichen Ursachen für die Darmbeschwerden ausschließen können. Zu diesen möglichen Ursachen gehören alle organischen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, wie z. B. Krebs oder Morbus Crohn, aber auch Störungen der Darmfunktion durch Infektionen, Enzymmangel, Milchunverträglichkeit (Laktoseintoleranz), Nahrungsmittelallergien oder einfach zu fettes oder saures Essen. Aber auch zu viele zuckerfreie, süßstoffhaltige Süßigkeiten können die Ursache für Magen-Darm-Probleme sein.

Um die Diagnose Reizdarm zu stellen, müssen die Beschwerden außerdem über eine gewisse Zeitspanne bestehen, nämlich innerhalb der letzten 12 Monate über mindestens 12 Wochen, die aber nicht aufeinander folgen müssen.

Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn …
  • Sie stark an Gewicht verlieren
  • Sie Blut im Stuhl finden; hier muss die Ursache genau abgeklärt werden
  • Sie gleichzeitig Erbrechen müssen
  • Sie Fieber bekommen
  • Sie anhaltende, gleichförmige, auf eine Stelle im Körper konzentrierte akute Schmerzen haben
  • die Beschwerden neu aufgetreten sind oder erst seit kurzem bestehen
  • die Beschwerden auch in der Nacht auftreten.

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Hilfe für den gestressten Darm

Das Reizdarm-Syndrom ist eine langfristige Erkrankung. Zunächst sollte nach einer ausführlichen Aufklärung durch den Hausarzt über die Ungefährlichkeit der Beschwerden eine Beratung über die möglichen nichtmedikamentösen Maßnahmen stattfinden. Dazu zählen gegebenenfalls eine Ernährungsumstellung, Konfliktklärungen im privaten und beruflichen Umfeld und allgemein kräftigende Maßnahmen.

Da Angst und Stress eine wichtige Rolle bei der Entstehung eines Reizdarm-Syndroms spielen, können außerdem Entspannungsübungen die Beschwerden lindern. Daneben regt sportliche Aktivität, z.B. Spaziergänge im Freien, die Darmmotorik an und baut Stress ab. Auch eine Ernährungsumstellung – faserreiche Kost und Weglassen der individuell unverträglichen Nahrungsmittel – kann helfen. In manchen Fällen kann sogar eine psychotherapeutische Begleitung sinnvoll sein.

Die derzeit zur Verfügung stehenden Medikamente können zwar die Beschwerden lindern, aber keine andauernde Heilung bewirken. Da die Medikamente meist nicht für eine Daueranwendung geeignet sind, sollten sie an die aktuellen Beschwerden angepasst werden. Ist die Diagnose sicher und die Ursache bekannt, kann man nach Rücksprache mit dem Arzt auch selbst behandeln.

Wer an einem Reizdarm-Syndrom leidet, kann von sehr unterschiedlichen Beschwerden geplagt werden. Durchfall wechselt mit Verstopfung ab, mal sind Blähungen das größte Problem oder die Patienten klagen über Oberbauchschmerzen.

Je nach Art der Beschwerden werden die Patienten mit mehreren Medikamenten behandelt. Als Mittel gegen Durchfall wird beispielsweise Loperamid eingesetzt. Diese Mittel sind allerdings nicht zur Langzeitbehandlung geeignet. Zur Langzeittherapie von Durchfall können Naturheilmittel gegen Durchfall eingesetzt werden.

Klagen Patienten hauptsächlich über Krämpfe, werden Medikamente wie Butylscopolamin verordnet die die Verkrampfungen der Darmmuskulatur lösen können. Entschäumer wie Simeticon lassen Blähungen verschwinden. Neue Wirkstoffe, die in den Serotonin-Haushalt eingreifen und so die Darmbewegungen positiv beeinflussen, haben sich aufgrund von Nebenwirkungen bisher nicht bewährt. Antidepressiva werden auch gelegentlich, besonders bei schmerzhaften Zuständen eingesetzt.


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Naturarzneien für die Selbstbehandlung

Naturheilmittel werden traditionell gegen Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Moderne Aufbereitungsarten können die Wirkung von altbekannten Heilpflanzen wie Pfefferminze, Kümmel oder bitterer Schleifenblume noch verstärken:

  • Pfefferminze (Menthae piperitae) wirkt schmerzlindernd, krampflösend auf die Muskulatur des Darms und kann von Blähungen befreien.
  • Kümmel (Carum carvi) wirkt krampflösend im Magen-Darm-Trakt und bringt Erleichterung bei Blähungen.
  • Bittere Schleifenblume (Iberis amara) hat einen positiven Einfluss auf die Kontraktion des Darms.
  • Kamille (Matricaria recutita) wirkt entkrampfend auf den Magen-Darm-Trakt und fördert die Wundheilung.


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Frau mit Wärmflasche
© iStockphoto
Beim Reizdarm ist organisch alles in Ordnung, trotzdem treten Durchfall, Verstopfung oder Blähungen im Wechsel auf. Entspannung braucht dann nicht nur der Darm, sondern auch die Psyche.
Frau beim Yoga
© iStockphoto
Mit dem Reizdarm-Snydrom schlagen sich meist sensible Menschen herum, die im Alltag nicht zur Ruhe kommen. Entspannungsübungen können bei ihnen Wunder wirken.
Dose mit Tabletten
© iStockphoto
Wenn die Beschwerden lang anhalten oder besonders heftig werden, kann man auch zu Medikamenten greifen. Sie sollten aber nicht zur Dauerlösung werden.
Kamillentee
© Shutterstock
Kamillentee, der Beruhigungsklassiker aus der Natur, hilft oft dem gereizten Darm: Er kann vor allem Bauchkrämpfe lösen.